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Park Sanssouci - Gesamtkunstwerk aus Natur und Kultur

Die Menschheitsgeschichte ist geprägt von unentwegtem Vorwärtsstreben, dem Überschreiten epochaler Auffassungen und Traditionen sowie dem Überwinden scheinbar fest definierter Grenzen.
Menschsein heißt Visionen leben und Vorstellungen, wie die Welt einmal aussehen soll, in die Realität zu übertragen. Die Schloss- und Gartenanlagen von Sanssouci in der ehemaligen Residenzstadt Potsdam sind Sinnbild gelebter menschlicher Visionen, spiegeln sie doch in besonderem Maße das enge Zusammenspiel von Idee, Plan und Ausführung wider.

Mit König Friedrich II. (1712-1786) kam im 18. Jahrhundert der strahlende Glanz der Aufklärung nach Potsdam. Mit dem Bau des prachtvollen Sommerschlosses Sanssouci begann die Gestaltung einer der herausragenden Gartenanlagen der Welt, die rund 290 Hektar umfasst und in mehr als hundert Jahren durch königlichen Willen und die Arbeit ungezählter Gärtner entstand.

Sans souci, „ohne Sorge“, ungetrübt von lästigen Regierungsgeschäften wollte Friedrich der Große hier seinen musischen Neigungen im geselligen Kreise berühmter Gelehrter und Aufklärer nachgehen. Der König baute zwar das Militärwesen seines Vaters weiter aus und führte folgenreiche Kriege, doch in Potsdam und vor allem in Sanssouci herrschten Glanz und schöngeistiges Leben.
Zahlreiche berühmte Besucher - allen voran Voltaire, der bekannte Philosoph der französischen Aufklärung - Künstler, Musiker, Architekten und Gelehrte aus ganz Europa versammelten sich hier und verhalfen der Stadt zu ihrem einzigartigen Gepräge.
Friedrich der Große nahm die Toleranzgedanken seiner Vorgänger auf und setzte sie fort; die Religionsfreiheit und wirtschaftliche Anreize lockten viele ausländische Handwerker nach Potsdam.

Unverkennbar ist der französische Einfluss, der sich sowohl in den königlichen Parkanlagen mit überraschenden Sichtbeziehungen, mit seinen optischen Täuschungen und aufwendig gestalteten Bepflanzungen als auch in den prächtigen Gebäuden selbst widerspiegelt. Natur und Pflanzen wurden im wahrsten Sinne des Wortes „kultiviert“, indem sie etwa durch Beschneidungen, Pflanzung in Fluchten oder symmetrische Platzierungen eine wahre Inszenierung der durch den Menschen gestalteten Landschaft bildeten.
Die so „gebaute“ Landschaft verdeutlichte in der Folge den Begriff der Landschafts-„Architektur“.
Die Planungen betrachteten zum ersten Mal übergeordnet die Schlösser und deren Gärten, die Naturräume, die Landwirtschaft, sowie die Siedlungen und verbanden diese unter ästhetischen und ökonomischen Gesichtspunkten miteinander. Sowohl im theoretischen Ansatz, als auch in der praktischen Umsetzung handelte es sich hierbei um eine herausragende Leistung des 19. Jahrhunderts. Sie gilt im Hinblick auf die Gestaltung des menschlichen Lebensraumes als eine der fortschrittlichsten, aufgeklärtesten und menschenfreundlichsten Sichtweisen der Kulturgeschichte. Dabei bildet der großzügige Park Sanssouci das Zentrum der Gestaltung.

Die umfassenden landschaftsgestalterischen und architektonischen Aktivitäten mit ihren zahlreichen internationalen Einflüssen waren in der Wirkung so nachhaltig, dass die Schloss- und Parkanlagen von Sanssouci noch heute ein einzigartiges Gesamtkunstwerk darstellt und infolge dessen seit 1990 als Welterbe der Menschheit unter dem Schutz der UNESCO steht.